
Der Iran verlangt inzwischen 2 Millionen Dollar für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus, und einige Schiffe haben schon bezahlt.
Man kann es Schutzgeld nennen. Oder könnte auch Maut oder Gebühr dazu sagen, oder auch Erpressung. Der Iran verlangt pro Durchfahrt durch die Straße von Hormus 2 Millionen Dollar, und offenbar haben Schiffseigner diese Summe bereits gezahlt. Nach Angaben mit der Angelegenheit vertrauter Personen werden auf Ad-hoc-Basis Zahlungen von bis zu 2 Millionen Dollar pro Fahrt gefordert, so Bloomberg News. Damit entsteht faktisch eine informelle Maut für die Wasserstraße. Einige Schiffe haben dem Vernehmen nach die Gebühren bereits entrichtet, wobei unklar ist, über welchen Mechanismus die Zahlungen abgewickelt wurden und in welcher Währung.
Ein systematisches Vorgehen ist bislang nicht erkennbar. Die Zahlungen verdeutlichen den Einfluss des Iran auf die Straße von Hormus, durch die täglich rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasaufkommens sowie große Mengen an Lebensmitteln, Metallen und anderen Gütern transportiert werden. Den Angaben zufolge werden die Zahlungen diskret abgewickelt. Es mangelt an Transparenz und es herrscht Ungewissheit. Seit Beginn des Kriegs hat nur eine geringe Zahl von Schiffen die Wasserstraße passiert, darunter überwiegend Schiffe mit Verbindungen zum Iran.
Indien, das vier Schiffe mit Flüssiggas durch die Straße von Hormus aus dem Persischen Golf geleitet hat, erklärte am Dienstag, internationales Recht garantiere die “Freiheit der Navigation” durch die Meerenge, und niemand dürfe Gebühren für deren Nutzung erheben. Das iranische Außenministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bloomberg-Anfrage um Stellungnahme, wobei staatlich verhängte Einschränkungen für Telekommunikation und Internet den Zugang erschweren.
Während der Iran die Gebühren derzeit fallweise verlangt, gibt es laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person Überlegungen, diese im Rahmen einer umfassenderen Nachkriegsregelung zu formalisieren. In der vergangenen Woche erklärte ein iranischer Abgeordneter, das Parlament arbeite an einem Vorschlag, der Staaten verpflichten würde, für die Nutzung der Straße von Hormus als sichere Schifffahrtsroute zu zahlen.
Für arabische Ölproduzenten am Golf ist selbst eine informelle Maut dem Vernehmen nach inakzeptabel, da sie Fragen der Souveränität, der Signalwirkung und einer möglichen Instrumentalisierung einer zentralen Handelsroute für ihre Energieexporte aufwirft.
FMW/Bloomberg

Innerhalb der nächsten sechs Tage sollen diese Schiffe ihre Zielhäfen erreichen und das transportierte Flüssigerdgas (LNG) entladen. Die Auswirkungen der Blockade sind also bisher nicht in voller Härte zu spüren, sondern erst danach. Vor allem Asien wird die Export-Engpässe im Anschluss deutlich merken. Laut der „Financial Times“, die sich auf eine Analyse der Schiffsgesellschaft Affinity beruft, sind noch sechs LNG-Tanker auf dem Weg nach Europa. Einer fährt Richtung Asien. Für Haushalte in Deutschland heißt das: Gas könnte im nächsten Winter wieder deutlich teurer werden. Vor allem für Neukunden. Die letzten LNG-Tanker aus der Golfregion laufen bald in ihre Zielhäfen ein. Danach drohen Engpässe. So können Verbraucher ihre Heizkosten absichern.
Das Wichtigste in Kürze:
Die asiatischen Länder sind schon hektisch dabei, entweder den Spotmarkt aufzukaufen oder alternative Energiequellen hochzufahren. Deutschland und Europa sind zwar nicht so stark betroffen, bekommen aber mit Blick auf den kommenden Winter eigene Probleme.
Kein LNG mehr aus dem Golf – so trifft die Blockade Deutschland
Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens hat Deutschland ohnehin mehr Gas aus Norwegen und den Arabischen Staaten bezogen. Zweitens hat der Frühling begonnen und die Verbraucher heizen entsprechend weniger. Der Gasbedarf sinkt.
Allerdings gibt es auch zwei Probleme. Die asiatischen Länder treten zunehmend in direkten Wettbewerb mit Europa. Es kam bereits vor, dass Asien bestimmte LNG-Ladungen aufgekauft hat, obwohl diese bereits auf dem Weg nach Europa waren. Die Tankschiffe haben dann kurzfristig den Kurs geändert.
Füllstandsvorgaben als Hindernis – Gas wird teurer
Das zweite Problem ist das Füllen der Gasspeicher für den Winter 2026/2027. Üblicherweise ist es so, dass die Händler die billigen Gaspreise im Sommer ausnutzen, um kräftig einzukaufen. Im Winter wäre darum immer genügend Gas in Europas Speichern. Das funktioniert durch die Füllstands-Vorgaben nicht mehr.

Der Iran-Konflikt hat die Gaslieferungen aus Katar abgewürgt und die Großhandelspreise in die Höhe getrieben – und rückt damit Amerika als erweiterter Energieretter für Europa ins Blickfeld.
Amerikas Erdgasvorkommen beziffert der Ölkonzern BP in einer statistischen Übersicht auf 12,6 Billionen Kubikmeter.
Gas vom Persischen Golf spiele für die deutsche Versorgung keine wesentliche Rolle; LNG beziehe man vor allem aus den USA. Den Großteil des Erdgases liefert Norwegen per Pipeline, ergänzt durch Lieferungen über die Niederlande und Belgien. Etwa zehn Prozent der Importe kommen über die neuen LNG-Terminals an der Nord- und Ostseeküste ins Land und da besteht noch Potential dies auszubauen.
Und genau hier setzt die Utah Oil and Gas Company mit Ihren Kooperationspartnern an, um die vorhandenen Ressourcen im Mittleren Westen der USA für Europa mittelfristig mit vertraglichen Lieferungen eine Energiesicherheit und Stabilität zu geben.

Drei Diesel-Tanker sind im Atlantik umgekehrt und steuern nun auf das afrikanische Festland zu. Steigende Ölpreise führen zu solchen Manövern. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art.
Aufgrund der gestiegenen Energiepreise wechseln mit Öl und Gas beladene Tanker auf ihrem Weg immer wieder ihre Ziele. Europa konkurriert dabei vor allem mit den asiatischen Ländern. Drei mit Diesel beladene Öltanker, die auf dem Weg nach Europa waren, wechselten am Montag im Atlantik ihre Route.
Nach Angaben von Vortexa und Schiffstracking-Daten, die Bloomberg ausgewertet hat, tankten die Schiffe „Aliai“, „Minerva Vaso“ und „Grand Ace6“ in den vergangenen Wochen in den USA Diesel. Alle drei waren auf dem Weg nach Europa – die letzten beiden mit Kurs auf Amsterdam, die „Aliai“ in Richtung Gibraltar.
Mittlerweile haben alle Schiffe im Atlantik ihren Kurs geändert: Die „Grand Ace6“ steuert nun Lomé im westafrikanischen Togo an, während die anderen beiden Schiffe sich in Richtung Südafrika bewegen. Die Häfen sind dafür bekannt, dass Tanker auf dem Weg nach Asien dort einen Zwischenstopp einlegen.
Sowohl Europa als auch Asien sind bei Treibstoffen auf Importe angewiesen. Europa produziert nur einen Teil des benötigten Treibstoffs in Raffinerien selbst.
Auch bei Rohöl wird Europa zu einem großen Teil aus Norwegen und den USA beliefert. Doch da die asiatischen Länder normalerweise einen großen Teil der Energie aus den Golfstaaten importieren, gerät Europa nun in direkte Konkurrenz um die verbliebenen Lieferungen.
Europa konkurriert mit Asien um Gas
Der Vorfall ist nicht der erste seiner Art. Bereits Anfang März war ein Gasfrachter, der sich auf dem Weg nach Europa befand, nach Asien umdirigiert worden. Da es kriegsbedingt deutlich weniger Gas am Weltmarkt zu kaufen gibt, konkurriert Europa mit Asien um die verbleibenden Mengen. China etwa hat zuletzt 30 Prozent seines Gases aus Katar erhalten.
Typischerweise klärten Händler, wohin sie lieferten, bevor das Schiff losfahre, sagte Walter Boltz, Berater der Anwaltskanzlei Baker McKenzie. „Aber wenn ein Importeur dringend Gas braucht, werden auch Schiffe kontaktiert, die bereits unterwegs sind. Dann wird geklärt, ob der ursprüngliche oder der neue Kunde mehr zahlt, und dann kann es sein, dass das Schiff seine Route ändert.“
Nach Einschätzung von Experten dürfte bei dem Vorfall Anfang März ein Kunde aus Asien mehr Geld als der ursprüngliche Abnehmer aus Europa geboten haben. Zwar kosten Lieferungen über größere Strecken mehr. Aber je höher der Gaspreis ist, desto weniger fallen Transportkosten ins Gewicht.
In einigen asiatischen Ländern dürfte zudem der Druck besonders hoch sein, viel für Gasimporte zu bezahlen. Boltz sagt: „Einige Länder in Asien können ohne Gaslieferungen ihre Elektrizitätsversorgung nicht aufrechterhalten. Außerdem haben sie keine großen Gasspeicher. Diese Länder kaufen um jeden Preis Gas.“

Um die Gasversorgung zu sichern und Deutschland wettbewerbsfähiger zu machen, setzt die Bundeswirtschaftsministerin neben langen Vertragslaufzeiten auch auf möglichst viele Lieferanten.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will die Gasversorgung Deutschlands mit langlaufenden Lieferverträgen absichern. Es brauche mehr Abschlüsse mit möglichst vielen Lieferanten, sagte die CDU-Politikerin am Montag in Berlin, um „die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa zu erhöhen“.
Der verstaatlichte Gasversorger Sefe werde eine Ausschreibung für Flüssiggaslieferungen (LNG) in den Jahren 2027 bis 2036 ankündigen. Diese Lieferungen sollten vor allem nach Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Belgien gehen und seien nicht für Ziele außerhalb Europas bestimmt. Aber genau hier liegt der Knackpunkt. Es gibt nicht ausreichend Erdgasproduzenten in Europa, die diese Mangen zur Verfügung stellen können.
Die Ausschreibung richte sich sowohl an LNG-Produzenten als auch an Marktakteure und werde bereits am Dienstag starten, kündigte Sefe an. „Mit diesem LNG-Tender wollen wir gezielt Marktteilnehmer ansprechen, um Lieferunterbrechungen im Nahen Osten abzufedern und die Versorgungssicherheit Europas zu stärken“, sagte Frédéric Barnaud, CCO von Sefe.
Wirtschaftsministerin Reiche erklärte zudem, der Energiekonzern VNG aus Leipzig werde mehr Gaslieferungen aus Algerien beziehen als bisher geplant.

Das Barrel Öl hat sich im März von 75 auf 115 Dollar verteuert – und es könnte noch schlimmer kommen. Denn seit die Huthis in den Irankrieg eingreifen, ist eine wichtige Transportroute bedroht.
Der Monat März ist zu Ende, und die Bilanz am Ölmarkt ist bitter: Der Rohstoff dürfte sich im März um fast 50 Prozent verteuert haben. Allein am Montag legte der Preis der Rohölsorte Brent zeitweise um rund drei Prozent auf 115 US-Dollar pro Barrel zu.
Der Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran geht nun in die fünfte Woche, doch noch immer ist kein Ende der Ölkrise in Sicht. Analysten warnen, der Preis könne weiter steigen und neue Rekorde erreichen. Denn nun gerät auch eine wichtige Ausweichroute für saudisches Öl in Gefahr.